Mittwoch, 22. August – Sonntag, 26. August 2018

Moderationen


(c) Poetische Quellen

Jürgen Keimer

Moderator des 17. Internationalen Literaturfestes „Poetische Quellen 2018“

Jürgen Keimer, 1943 in Kleve geboren, studierte von 1962 bis 1966 Katholische Theologie in Paderborn, Tübingen, Bonn und am Pariser Institut Catholique. Nach der Ausbildung und einer zweijährigen Arbeit als Kaplan im kirchlichen Dienst des Bistums Essen ging Keimer zurück an die Universität, um Geschichte und Kunstgeschichte in Köln zu studieren. Von 1974 an arbeitete er als freier Journalist bei der Deutschen Welle, beim ZDF und beim WDR. 1977 wurde er festangestellter Redakteur beim WDR-Hörfunk. Bis März 2005 war er Leiter der Redaktionsgruppe „Aktuelle Kultur“ beim Sender WDR 5. Zu seinem Aufgabengebiet gehörte die Sendereihe Scala – Das Kulturmagazin. Im Wechsel mit anderen Redakteuren moderierte er regelmäßig die Tischgespräche und die Veranstaltungsreihe Funkhausgespräche. Bei den Gesprächsrunden war ihm wichtig, „dass sich die Stimmen ergänzen konnten – ich wollte nicht das konfrontative Gespräch. Es ging mir in erster Linie darum, ein Thema gemeinsam plastisch zu machen, anstatt Positionen gegenüber zu stellen.“
Frei sein, Dinge neu denken und das Publikum weg von ausgetretenen Pfaden führen, das gilt nicht nur für die Kunst, findet Keimer, „davon muss auch ein Kulturprogramm etwas haben.“ Seit Beginn des Internationalen Literaturfestes im Jahr 2002 ist Jürgen Keimer Moderator der Poetischen Quellen und führt das Publikum sicher von Autor zu Autor und von Gesprächsrunde zu Gesprächsrunde, darauf bedacht, neue Gedanken anregen zu können und auf interessante Geschichten und Themen aufmerksam zu machen. „Der Park, die nicht literaturtypische Umgebung macht viel aus. Ich erinnere mich an Samstag- und Sonntagnachmittage, wenn die Leute auf der Naturbühne sitzen: Das ist dann für viele mehr wie ein Ausflug und hat gar nicht die Schwere eines Bildungserlebnisses. Das hat etwas Heiteres. Ganz sicher spielt es auch eine Rolle, dass die Besucher aus Ostwestfalen so viele unterschiedliche Autoren ja nicht allzu oft an einem Ort antreffen können“, beschreibt Keimer die Atmosphäre.
Jürgen Keimer ist die „Stimme“ der Poetischen Quellen.

„… als wäre Jürgen Keimer in die Poetischen Quellen hineingeboren. Zumindest aber muss er sein halbes Leben auf dieses Literaturfest gewartet haben – so sehr verschmilzt seine alljährliche Moderation mit der Umgebung, mit Autoren und Publikum. Kritik vernimmt man über ihn nicht. Im Gegenteil reichen die Beschreibungen seiner Moderation von bedacht und ausgeglichen über pointiert und scharfsinnig bis hin zu einfühlsam und sogar anregend – zumindest zum Nachdenken. Und so ist es kein Wunder, dass Jürgen Keimer am Ende der Poetischen Quellen in schöner Regelmäßigkeit den größten Applaus einheimst. Als gar nicht mehr so heimlicher Star des Festivals.“
[Felix Eisele, Neue Westfälische]