Sonntag, 26.08.2018 / 14.00 Uhr / Eintritt: 8,00 € (Nachmittagskarte!)
Ort: Naturbühne od. Literaturzelt im AQUA MAGICA Landschafts- und Kulturpark

Lesungen und Gespräche am Nachmittag zum Schwerpunkt „Zurück zur Literatur!“

D E U T S C H L A N D W E I T E     B U C H P R E M I E R E !

Wanda Marasco stellt ihren Roman Am Hügel von Capodimonte [2018] vor.
Gesprächsübersetzung: Annette Kopetzki / Deutsche Lesung: Christina Huckle


(c) Leonardo Cendamo

Wanda Marasco

Der in Italien hochgeschätzte Dichter und Kritiker Giovanni Raboni schrieb über Wanda Marasco: „Sie ist die Erzählerin und Bänkelsängerin einer Stadt in enger Beziehung zu ihren Einwohnern. Dabei zeigt sie eine Originalität und eine Tiefe des sprachlichen Einfallsreichtums, wie wir sie leider fast nie mehr in zeitgenössischen Romanen finden, von denen sich die Autorin auf deutliche und leidenschaftliche Weise löst.“ Die Stadt, von der Raboni spricht und um die es Marasco geht, ist Neapel. Hier wurde Wanda Marasco 1953 geboren und noch heute wohnt sie hier im Stadtviertel Capodimonte. Sie studierte Philosophie in Neapel und machte an der Akademie für Schauspielkunst „Silvio D’Amico“ in Rom einen Abschluss in Regie und Schauspiel. Danach unterrichtete sie Literatur und Geschichte in Neapel und setzte nebenbei ihre Theaterarbeit als Regisseurin und Schauspielerin fort.
Neben den handelnden Figuren ist die Stadt Neapel selbst ein wichtiger Hauptdarsteller bei Marasco. Das war in dem bisher nicht übersetzten Vorgängerroman Il genio dell`abbandono der Fall und ist in Am Hügel von Capodimonte erneut so. Der Originaltitel lässt genauer erahnen, worum es in dem Roman geht: Im Italienischen heißt das Buch La compagnia delle anime finte, was man mit Die Gesellschaft der verschwundenen Seelen übersetzen könnte, und es ist nicht ganz verkehrt, dabei an die Toten Seelen von Nikolai Gogol zu denken. Die äußere Handlung ist schnell erzählt: Rosa sitzt am Totenbett ihrer verstorbenen Mutter Vincenzina Umbriello und erzählt in einer langen, oft an einen Monolog erinnernden Zwiesprache, deren Lebensgeschichte, die zum Teil ihre eigene ist. Das Gefühl der Abwesenheit schimmert durch den gesamten Roman, in dem die ewige menschliche Komödie durch das Stadtviertel von Capodimonte schwirrt, wo man den unterschiedlichsten Charakteren begegnet, die genauso unverwechselbar sind wir der Stil ihrer Autorin, der mit einer lebhaften Bildsprache und ausdrucksstarker Schönheit dank der Übersetzung durch Annette Kopetzki auch im Deutschen triumphiert. „Ich denke, dass die erste Person die Sprache selbst sein sollte“, sagt Marasco, „denn sie ist die Mimesis, die Nachahmung. Das heißt, sie formt, sie fügt sich ein, sie nutzt jede Art der Nuancierung.“

„Ich würde sofort sagen, dass ich selten einen so schönen Roman in den letzten Jahren gelesen habe. Ich wage zu sagen, dass er noch einen Schritt weiter geht als die vorherigen (…), meiner Meinung nach wegen einer noch ausgewogeneren sprachlichen oder stilistischen Abwägung, die in der Regel die Herausforderung großer Schriftsteller ist, unter die ich Wanda Marasco selbstverständlich einreihe.“ [Paolo Di Stefano, nazioneindiana.com]