Mittwoch, 22. August 2018 / 19.30 Uhr / 15,00 €
Ort: Auferstehungskirche am Kurpark, 32545 Bad Oeynhausen

Der Auftakt
„LA CATASTROFA“ – ORATORIUM FÜR MARCINELLE
Eine Bergbaugeschichte. Eine musikalische Reise in die Vergangenheit.
Eine Lehre für die Zukunft.

Mit:
Etta Scollo & Ensemble, Udo Samel, dem Projektchor „La Gioia“
und einer Einführung mit Paolo Di Stefano und Annette Kopetzki

 


(c) berlinale

Udo Samel

„Ich denke, wenn ich die Würde des Menschen nicht mehr verteidigen kann, dann muss ich meinen Beruf aufgeben; das habe ich mir fest vorgenommen. Ich möchte kein Zyniker sein auf irgendeiner Bühne. Dann lieber weggehen“, sagte Udo Samel in einem Gespräch mit der Wiener Presse im Jahr 2006. Udo Samel ist geblieben und wer ihn im Fernsehen oder auf der Bühne erlebt, merkt, dass er es weiterhin, die Würde des Menschseins in all ihren Ausformungen darzustellen. Nicht zynisch, sondern mit Demut seinem Beruf gegenüber und gegenüber den von ihm formulierten Anspruch daran. Samel möchte die Menschen, die ihn spielen sehen oder sprechen hören, bewegen. Es gefällt ihm, „wenn ich ein bisschen von dem Beton, den sie um sich gebaut haben, aufbröseln kann.“

Geboren wurde Samel 1953 in Eitelsbach bei Trier. In jungen Jahren erhielt er eine musikalische Ausbildung als Sängerknabe in der Laubacher Kantorei. Eigentlich wollte er zuerst Dirigent werden, bevor es ihm zum Schauspiel verschlug. Das ging dann aber sehr schnell: Nach einem kurzen Studium der Slawistik und Philosophie wurde er an der Schauspielschule in Frankfurt am Main ausgebildet. Bis 1992 arbeitete er danach an der Berliner Schaubühne, u.a. mit Regisseuren wie Peter Stein, Luc Bondy und Kaus Michael Grüber. Bevor er 2004 Ensemblemitglied am Wiener Burgtheaters wurde, war er lange Zeit als freiberuflicher Schauspieler tätig. Seit 2015 gehört er keinem Ensemble mehr fest an. Neben der Schauspielerei inszenierte Udo Samel seit 1996 auch zahlreiche Opern und führte bei etlichen Aufführungen Regie. Zudem trat er immer wieder als Film- und Fernsehschauspieler auf. Eine seiner eindrücklichsten Rollen war die Verkörperung des Komponisten Franz Schubert in dem Film Mit meinen heißen Tränen von 1986, wofür er mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet wurde.

 

„Das Schöne an diesem Beruf ist, dass das Scheitern dazugehört, das nimmt mir die Angst. Und in dem Wissen, dass ich immer ein Anfänger bleibe, ist mir die Chance genommen, große Angst aufzubauen. Wenn man glaubt, man muss irgendwann fertig sein im Leben, dann bekommt man es mit der Angst zu tun, denn das schafft kein Mensch.“ [Udo Samel, Die Presse, Wien, 2006]