Tadeusz Dąbrowski

stellt seinen neuen Gedichtband Wenn die Welt schläft [2022] vor.

(LYRIK-ABEND: In Zusammenarbeit mit der Ev. Kirchengemeinde Bad Oeynhausen-Altstadt / Freitag, 26. August 2022 / Ort: Auferstehungskirche in der Innenstadt von Bad Oeynhausen / Beginn: 19.30 Uhr / Einlass: 18.45 Uhr)

In einem Land wie Polen mit gleich zwei lyrischen Literaturnobelpreisträgern, Czesław Miłosz und Wisława Szymborska, und einem in diesem Bereich unzweifelhaften Ansehen für seine weiteren weltweit hochgeschätzten Dichter wie Adam Zagajewski, Zbigniew Herbert oder Ryszard Krynicki, will es viel heißen, wenn der erwähnte Zagajewski von seinem jüngeren Kollegen folgendes sagt: „In seinen Gedichten ist Tadeusz Dąbrowski das, was die Franzosen le grand reporter nennen. Vom Temperament her Realist, ist sein Realismus von Grund auf poetisch, nicht anklagend, sondern erhellend. Mit ihrer erstaunlichen Tiefgründigkeit sind seine Gedichte eine angemessene Antwort auf die Absurdität unserer Welt. Ein beachtlicher Dichter!“ Dem kann sich der deutsche Literaturkritiker Jörg Magenau nur anschließen, wenn er behauptet, dass hier ein Dichter zu erleben sei, „der alles, was ihm widerfährt, in Sprache verwandelt.“

Das unternimmt Dąbrowski auch in seinem neuen, kurz vor Beginn der diesjährigen Poetischen Quellen erschienenem Gedichtband Wenn die Welt schläft. Genau hier, an vielen Orten auf der Welt, ist Dąbrowski scheinbar auch immer lesend und schreibend unterwegs: Ob in Motels, Einkaufszentren, ob In Danzig, Zürich, Sarajevo oder Manhattan – überall spielt das Leben seine Sichtbarkeit in die Schreibfeder Dąbrowskis, der darüber reflektiert und nie vergisst, an welchen Orten das Nachbeben vergangener Konflikte es nicht zulässt, die Geschichte außen vor zu lassen.

Tadeusz Dąbrowski, geboren 1979, ist einer der angesehensten polnischen Dichter seiner Generation. Neben Lyrik schreibt er auch Romane und Essays. Sein zuletzt ebenfalls von Renate Schmidgall ins Deutsche übersetzte Buch war 2019 der Roman Eine Liebe in New York. Er arbeitet zudem als Redakteur der Literaturzeitschrift Topos und ist der künstlerische Leiter des Festivals „European Poet of Freedom“, das alle zwei Jahre in Danzig stattfindet. Neben zahlreichen Stipendien wurde sein Werk unter anderem mit dem Kościelski-Preis (2009), dem Horst-Bienek-Förderpreis (2014) und dem Literaturpreis der Hauptstadt Warschau (2014) ausgezeichnet. Seine insgesamt sieben Gedichtbände wurden inzwischen in 20 Sprachen übersetzt.

»Tadeusz Dąbrowskis phantastische Poesie […] ist melancholisch und klug, verzweifelt und verspielt und dabei immer schonungslos ehrlich und direkt. Sie ist Nahrung fürs Herz. […] Was Dąbrowski kurzweilige Lyrik neben der messbaren Melancholie eint, ist deren grandioser Witz. Selbst bei den traurigen, persönlichen, ja intimen Gedichten schwingt eine Koketterie mit, die beizeiten sprachlos macht […]. Es gelingt der grandiosen Übersetzung von Renate Schmidgall, diese Pointen und das Melancholisch-Verspielte fulminant wiederzugeben.«
[Tomasz Kurianowicz, Frankfurter Allgemeine Zeitung]


Raphael Zubler

Tadeusz Dąbrowski