Sylvia Wempner

(Mittwoch, 24. August 2022 und Freitag, 26. August 2022 / Ort: Auferstehungskirche in der Innenstadt von Bad Oeynhausen / Beginn jeweils: 19.30 Uhr / Einlass jeweils: 18.45 Uhr)

Sylvia Wempner, geboren 1954 in Flensburg, stammt aus einer Schauspielerfamilie. Ihre Eltern Irmgard und Fritz Wempner arbeiteten beide für die Niederdeutsche Bühne. Die Schauspielerei prägte ihre Kindheit. Nach dem Abitur ging sie nach Berlin und studierte an der Freien Universität Theaterwissenschaften und Komparatistik. Da es ihr dort aber an Praxis fehlte, wechselte sie nach Hamburg, wo sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ihr Schauspielstudium absolvierte.

Engagements führten sie an das Staatstheater Kassel, das Staatstheater Karlsruhe, in Hamburg an das Schauspielhaus, das Ernst Deutsch Theater, das Zimmertheater und an die Kammerspiele sowie an die Theater in Bremen, in Nürnberg und in Lübeck. Sie spielte unter anderem die Rolle der Isabella in Maß für Maß und die Hippolyta/Titania im Sommernachtstraum von Shakespeare, schlüpfte in Anton Tschechows Drama Onkel Wanja in die Rolle der Sonja und spielte die Mascha in den Drei Schwestern. Dabei arbeitete sie zum Beispiel mit den Schauspielern Karl Paryla, Friedrich Schütter und Valerj Grishkov sowie mit dem belgischen Theaterregisseur Franz Marijnen zusammen.

Immer wieder war Wempner auch für das Fernsehen und als Synchronsprecherin tätig und arbeitete bei Hörspielproduktionen mit. Seit 1985 arbeitet sie als Dozentin am Hamburger Schauspielstudio, vermittelt hier nicht nur handwerkliche Strukturen, sondern auch Selbstwahrnehmung, Konflikt- und Teamfähigkeit.

Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schauspieler Rolf Becker, mit dem sie drei Söhne hat, teilt sie das Bedürfnis, sich in friedens- und umweltpolitischen Fragen zu engagieren und deutsche Geschichte zu thematisieren. Dafür geht Sylvia Wempner auf die Bühne, in Gedenkstätten, ins Polittbüro und liest, gegen das Vergessen der Nazi-Gräuel zum Beispiel, oder den falschen Umgang mit Flüchtlingen. Wann immer sie Unrecht sieht, erhebt sie ihre dunkle, weiche Stimme.


Rolf Becker

Sylvia Wempner