Freitag, 24. August 2018 / 15.00 Uhr / Eintritt: frei
Ort: Innenstadt von Bad Oeynhausen neben dem Colon Sültemeyer-Brunnen

Die Verlagsvorstellung
Der Berliner Guggolz Verlag stellt sich vor


(c) Martin Walz

Sebastian Guggolz

Über seine Arbeit als junger Verleger sagte Sebastian Guggolz in einem Interview selbstbewusst: „Ich möchte keine Kompromisse machen. Ich mag wirklich abseitige Bücher. Und es kann nie genug davon geben.“ Seit 2014, dem Gründungsjahr des in Berlin beheimateten Guggolz Verlages gibt es jedenfalls wieder einige mehr davon, zum großen Glück für viele Leserinnen und Leser. Das Sebastian Guggolz als Verleger keine Reichtümer anhäufen würde, war ihm dabei vorher klar: „Das muss ich auch nicht“, sagt er. „Dafür mache ich, was mich glücklich macht.“
Geboren wurde er 1982 am Bodensee. Am Ende seines Studiums der Kunstgeschichte und Germanistik in Hamburg ging er nach Berlin. Hier begann er zunächst ein Praktikum beim inzwischen sehr renommierten Verlag Matthes & Seitz, absolvierte anschließend ein zweijähriges Volontariat beim gleichen Verlag und wurde dort dann 2008 als Lektor eingestellt. Die Jahre vergingen, Matthes & Seitz wurde größer und Guggolz bemerkte, wie seine Entscheidungsfreiheit immer weiter eingeschränkt wurde. Also entschloss er sich zu gehen, um einen eigenen Verlag zu gründen, was ihm unter großen Anstrengungen aber mit ebenso großer Leidenschaft, Überzeugungskraft und letztlich auch der nötigen Portion Glück gelang. Die Rücklagen seines Guggolz Verlages waren nämlich nach dem Gründungsjahr bald aufgebraucht, aber der Gewinn bei der ZDF-Show „Der Quiz-Champion“ bescherte ihm 250.000 Euro, mit denen er dann etwas sorgenfreier weiterarbeiten konnte.
Das Programm des Guggolz Verlages ist klar umrissen: „Mit Neuübersetzungen und Neuausgaben vergessener und zu Unrecht aus dem Fokus geratener Werke richten wir uns an diejenigen Leser, die bei ihrer Lektüre bereichert werden wollen,“ heißt es im Verlagsprogramm.
Guggolz dazu: „Ich publiziere zeitgenössische Bücher, die sich der gesellschaftlichen Wirklichkeit widmen. Ich habe keinen gegenwartsverachtenden Impetus. Ich nehme die Rufe aus der Vergangenheit auf und versuche sie zu beantworten.“ Die größte Freude macht es ihm dabei, mit Übersetzern zusammenarbeiten zu können, von denen er oft Hinweise auf Bücher bekommt, die bisher in Deutschland noch nicht veröffentlicht wurden oder aber wieder in Vergessenheit geraten sind. Dazu gehört auch der hier beispielhaft für das gesamte Verlagsprogramm vorgestellte Roman des litauischen Schriftstellers Antanas Škėma Das weiße Leintuch.

„Was in der Aufgeregtheit des jährlichen Buchmessen-Ereignisses Gefahr läuft, abhanden zu kommen, hier kann man es wiederfinden – die Essenz des Büchermachens: die schlichte Aufforderung, ein Buch zu öffnen und sich der Welt anzuvertrauen, die es in sich birgt.“
[Petra Ahne, Berliner Zeitung]