Rolf Becker

Mittwoch, 21. August 2019 / 19.30 Uhr / Auferstehungskirche am Kurpark Bad Oeynhausen

Mit seiner sonoren Stimme und den strahlend blauen Augen gehört Rolf Becker zu den bekanntesten deutschen Schauspielern und Synchronsprechern. 1935 in Leipzig geboren, wächst Becker in der entbehrungsreichen Zeit des Zweiten Weltkriegs auf. Seine Schauspielausbildung erhielt er auf der Otto-Falckenberg-Schule in München. 1971 kommt er ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, wo er seitdem lebt. Durch sein Engagement hier und später am Thalia Theater avancierte Becker schnell zu einem der gefragtesten Theaterschauspieler und feierte bald auch Erfolge in Film und Fernsehen. Er spielte unter so bekannten Regisseuren wie Edgar Reitz, Peter Zadek und Volker von Schlöndorff (z.B. in Die verlorene Ehre der Katharina Blum). In den bekannten historischen Fernsehmehrteilern der 70er- und 80-Jahre verkörpert er Friedrich den Großen in Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck oder den Oberst Piccolomini in der Wallenstein-Verfilmung mit Rolf Boysen. Seit 2006 stellt er in der ARD-Serie In aller Freundschaft den gutmütigen Rentner Otto Stein dar. Daneben arbeitet er immer wieder alleine oder mit anderen Künstlern als Sprecher und Vorleser.

Unermüdlich ist Rolf Becker auch politisch und sozial engagiert. Er forderte zur Solidarität mit den Griechen auf, unterstützt den Kampf der Kurden gegen Vertreibung und Vernichtung und setzt sich für die Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg ein.

Seit 2016 ist er als Rezitator bei den Poetischen Quellen zu erleben, wo er 2017 auf ergreifende Weise Roger Willemsen Zukunftsrede Wer wir waren vortrug und im vergangenen Jahr mit beeindruckender Klangfarbe zunächst während der Eröffnung aus den Tagebüchern des Literaturnobelpreisträgers Imre Kertész rezitierte und dann zum Abschluss in einer Deutschlandpremiere erstmals aus dem Roman Den Himmel finden des italienischen Schriftstellers Erri De Luca las.

Rolf Becker lebt diesen Protagonisten in seiner Lesung durch und durch; mit vitaler Gestik und in leidenschaftlicher Stimmführung trägt er vor, was Annette Kopetzki für De Luca vom Italienischen ins Deutsche übertragen hat.

[Gabriela Peschke, Westfalen-Blatt]


Klaus Bodig

Rolf Becker