Renate Schmidgall

[Übersetzerin aus dem Polnischen]

(Freitag, 26. August 2022 / Poetische Quellen in der Innenstadt von Bad Oeynhausen / Colon-Sültemeyer-Brunnen /
Beginn: 15.00 Uhr / Eintritt frei!
und
Freitag, 26. August 2022 / Ort: Auferstehungskirche in der Innenstadt von Bad Oeynhausen /
Beginn: 19.30 Uhr / Einlass: 18.45 Uhr)

Die Übersetzerin Renate Schmidgall, 1955 in Heilbronn geboren, studierte Slavistik und Germanistik in Heidelberg. Von 1984 bis 1990 arbeitete sie als Bibliothekarin am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt und eben dort bis 1996 als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Seitdem ist Schmidgall, die von sich selbst sagt, nie geplant zu haben, eine Übersetzerin zu werden, als freiberufliche Übersetzerin aus dem Polnischen ins Deutsche tätig.

Ausgezeichnet mit vielen Preisen, erhielt sie zuletzt im April 2017 auf der Frühjahrstagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im bosnischen Sarajevo den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung. In der Jurybegründung hieße es: „All ihre Arbeiten zeichnet eine beeindruckend reiche und präzise Sprache aus, die den von ihr übersetzten Autorinnen und Autoren im Deutschen eine jeweils eigene und immer überzeugende Stimme verleiht.“ In ihrer Dankrede erwiderte Schmidgall, dass „dem Akt des Übersetzens, also der Übertragung von der einen Sprache in die andere, […] ein anderer Akt vorausgehen [muss]: das Verstehen – also das Übersetzen von der Originalsprache in eine außersprachliche Ebene, in jenen (wie László Földényi es nennt) Geist des unbenennbaren Etwas, der vermutlich jenseits der Sprache liegt.“ Aus der reichen zeitgenössischen Literatur Polens hauchte Renate Schmidgall diesen Geist so bekannten polnischen Autoren wie Witold Gombrowicz, Zbigniew Herbert, Paweł Huelle, Stefan Chwin, Andrzej Stasiuk, Hanna Krall, Adam Zagajewski und dem jungen Autor Jakub Małecki ein.


Levure Litteraire

Renate Schmidgall