Maria Lettberg

(Mittwoch, 24. August 2022 / Ort: Auferstehungskirche in der Innenstadt von Bad Oeynhausen /
Beginn: 19.30 Uhr / Einlass: 18.45 Uhr)

Beim musikalisch-literarischen Auftakt des 21. Internationalen Literaturfestes „Poetische Quellen“ erwartet das Publikum diesmal eine der spannendsten Pianistinnen Europas: Die 1970 in Riga als Tochter eines Universitätsprofessors für russische Literatur und einer Mathematikerin geborene Maria Lettberg debütierte bereits mit neun Jahren mit dem Zweiten Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven. Sie ist schwedische Staatbürgerin und lebt heute in Berlin.

Ihre Einspielung des gesamten Solo-Klavierwerkes des russischen Komponisten und Pianisten Alexander Skrjabin (1872 – 1915), aus dem sie für diesen Abend eine persönliche Auswahl getroffen hat, wurde mit Einspielungen des großen Vladimir Horowitz verglichen. Über Alexander Skrjabin sagt Lettberg: „Skrjabin löst die Welt, das Universum, im Nichts auf Er verbindet das Leiden mit einem Rausch des Glücks, des Guten und des Bösen, des Lebens und des Todes, einer Ekstase als erotischem Akt des Universums, einem Streben nach Rückkehr zur Quelle der Existenz – zum Urchaos.“

Lettbergs Talent wurde früh erkannt und an der zentralen lettischen Eliteschule Emīls Dārziņš für musikalisch begabte Kinder gefördert. Ihre weiteren Studien absolvierte sie am renommierten Petersburger Konservatorium (bei Prof. Tatjana Zagorovskaja), an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm (bei Roland pöntinen) und an der Sibelius Akademie in Helsinki (bei Prof. Matti Raekallio).

Mit ihrer außerordentlich raffinierten und virtuosen Klaviertechnik und ihren äußerst eigenen und originellen Interpretationen steht sie für eine Generation von Pianisten, denen es gelungen ist, ohne Pianistenwettbewerbe ein eigenes, außergewöhnliches Meisterprofil zu entwickeln.

„Lettbergs Skrjabin nimmt gefangen. Denn jede einzelne Note wägt sie ab, nichts bleibt hier vordergründige Effekthascherei. Skrjabins viel beschworene Innovationskraft, mit der er als einer der Ersten das abendländische tonale System aufbrach – in Lettbergs vielschichtigen und differenzierten Deutungen wird sie gänzlich deutlich. So bereichern Lettbergs Skrjabin-Einspielungen nicht nur das Repertoire: Mitunter werden neue Maβstäbe gesetzt.“
[Marco Frei, Piano News]

 

Eine Zusammenarbeit zwischen dem Kulturreferat „KuK!“ des Kirchenkreises Vlotho und dem 21. Internationalen Literaturfest „Poetischen Quellen 2022“


Roderich Reimer

Maria Lettberg