Sonntag, 26.08.2018 / 15.00 Uhr / Eintritt: 8,00 € (Nachmittagskarte!)
Ort: Naturbühne od. Literaturzelt im AQUA MAGICA Landschafts- und Kulturpark

Lesungen und Gespräche am Nachmittag zum Schwerpunkt „Zurück zur Literatur!“

Ivana Sajko stellt ihren Roman Liebesroman [2017] vor.
Gesprächsübersetzung: Ivana Nevesinjac / Deutsche Lesung: Thomas Streipert


(c) Hassan Abdelghani

Ivana Sajko

Preisträgerin des Internationalen Literaturpreises des Hauses der Kulturen der Welt 2018

 

Der 10. Internationale Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt wurde im Juni 2018 an die kroatische Autorin Ivana Sajko und ihre Übersetzerin Alida Bremer für das Buch Liebesroman vergeben. Ein Buch, mit dem die kroatische Dramatikerin und Schriftstellerin zeigt, dass Kunst und gesellschaftspolitische Überlegungen in ihrem Werk nicht voneinander zu trennen sind. Die Jury des Internationalen Literaturpreises fand folgendes Urteil zur Preisvergabe: „Ivana Sajkos Liebesroman spricht über eine Welt in Agonie, darüber, wie das politische System auf das Leben übergreift, es unter Druck setzt und das Private schleichend vergiftet. Hauptdarsteller sind ein junges erfolgloses Künstlerpaar, ein Kind, eine Wohnung, ein Nachbar und ein aus den Fugen geratenes Land. (…) Was sich in Kroatien abspielt, könnte überall geschehen. Unter der Oberfläche dieses Liebesromans, (…), geht es um die Macht und Ohnmacht des Individuums in unserer globalisierten Gegenwart. Ivana Sajkos wuchtige Worte erzeugen explosive Helle.“
Ivana Sajko, 1975 in der damals noch jugoslawischen Stadt Zagreb geboren, studierte an der dortigen Universität Dramaturgie und Philosophie. Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschrift für performative Künste Frakcije und Gründungsmitglied der Theatergruppe BAD co. 2006 erschien mit Rio Bar ihr erster Roman. Seitdem gilt sie als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Südosteuropas. Ihre in zahlreiche Sprachen übersetzten Theaterstücke finden vor allem im deutschsprachigen Raum eine rege Beachtung. Seit kurzem lebt sie in Berlin. Gegenüber dem Berliner Tagesspiegel sagte sie 2017: „Sich mit leichten Themen zu beschäftigen, fände ich angesichts der gegenwärtigen Lage unanständig und unpassend.“ Bei ihrer Arbeit geht es ihr stets darum die schmerzhaften Widersprüche des individuellen Lebens zwischen den äußeren politischen Dimensionen und den inneren, um Vernunft und Wahnsinn kreisenden Zuständen aufzudecken. „Manchmal erschrecken mich meine eigenen Sätze“, erzählte sie gegenüber dem WDR 3 und sagte, dass sie eigentlich immer die Absicht habe, „nur über die Liebe zu schreiben …“

Wir identifizieren uns und erkennen: So oder so ähnlich entgleiten uns allen manchmal die Dinge – Kommunikation, Ideale, Liebe. Wunderbar ist die schlichte, knackige Sprache des Buches, die laut hasst – und leise versöhnt (…). Dieser zwischenmenschliche Zauber, der abhanden gekommen ist, oder zumindest vergessen wurde, vor allem aber: vergiftet vom Übel „da draußen“. Kraftvoll und intensiv feiert Ivana Sajko diesen traurigen Umstand. Das ist unbedingt lesenswert.. [Juliane Bergmann, NDR Kultur]